Kaisten Info

Ein Blick hinter die Kulissen.

Willkommen im Maschinenraum. Dieses Dashboard ist kein Standardprodukt, sondern ein leidenschaftliches Projekt. Unser Ziel: Das lokale Wetter in Kaisten nicht nur in nackten Zahlen, sondern als greifbares Erlebnis darzustellen – angetrieben von modernster Hard- und Software.

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Kaisten und das Mikroklima

Mit rund 2'200 Einwohnern liegt Kaisten eingebettet in die wunderschöne Hügellandschaft des Fricktals. Wer das Wetter hier verstehen will, muss zwei Kräfte kennen: den nahen Rhein – und den Möhlin-Jet, der dem Fricktal überraschend viele Sonnenstunden im Winter beschert.

Mehr über den Möhlin-Jet, das Mikroklima und die lokale Logik

Der Möhlin-Jet – unser lokaler Wettergestalter:
Der Möhlin-Jet ist ein südöstlicher Wind, der direkt entlang der Achse des Fricktals weht – er war den Einheimischen lange als «Fricktäler» bekannt, bevor Wissenschaftler ihm in den 1980er-Jahren seinen heutigen Namen gaben. Er entsteht typischerweise in Hochdrucklagen, wenn sich südlich des Juras eine Kaltluftschicht mit Nebel aufbaut. Sobald diese Nebelschicht hoch genug ansteigt, überfliesst sie die tiefsten Jurajöcher und fällt auf der Nordseite Richtung Rhein ab – dabei trocknet sie rasch aus und erreicht das Fricktaler Mittelland als breiter, 100 bis 300 Meter hoher Luftstrom mit 30 bis 50 km/h. Das Ergebnis: Während das Mittelland wochenlang im Grau versinkt, «frisst» der Möhlin-Jet den Nebel weg und schenkt dem Fricktal – und damit Kaisten – überraschend viele Sonnenstunden im Winter.

Wenn der Möhlin-Jet fehlt:
Bleibt der Wind aus – etwa wenn eine Grosswetterlage mit Hochdruck über Grossbritannien und Tiefdruck über Osteuropa die Nordwinde stärkt – funktioniert der natürliche Nebellöser nicht, und dichter Hochnebel kann auch das Fricktal für Tage einhüllen. Diese Dynamik ist im Dashboard spürbar: Temperatur, Solarstrahlung und Luftfeuchtigkeit zeigen den Unterschied sofort.

Lokale Eigenheiten im Code:
Kommerzielle Wetter-Apps nutzen oft sehr grobe Rasterdaten für riesige Gebiete. Wir trimmen die Logik dieses Dashboards exakt auf Kaisten. Ein Beispiel: Im Osten verdeckt ein Hügel die frühe Morgensonne. Unser System berechnet den Sonnenwinkel astronomisch genau und wartet geduldig, bis die Sonnenstrahlen den Grat wirklich überwinden, bevor das Dashboard auf "Sonnig" schaltet.

Davis-Sensoren vor Modell:
Die Live-Wetterlage («Strahlend sonnig», «Wechselnd bewölkt» etc.) leiten wir primär aus den eigenen Davis-Sensoren ab – Solarstrahlung, UV, Schwankungs-Profil, Taupunkt, Wind. Massgeblich ist dabei nicht die absolute Strahlung, sondern ihr Verhältnis zur Klarhimmel-Erwartung für den aktuellen Sonnenstand: 500 W/m² bedeuten im Dezember strahlenden Sonnenschein, im Juni eine dichte Wolkendecke. Ist dieses Verhältnis über mehrere Minuten eindeutig – nahe an der Klarhimmel-Kurve oder weit darunter –, zeigen wir genau das an. Nur in Grenzfällen ziehen wir die Wolkenbedeckung und den WMO-Wettercode von Open-Meteo als zweite Meinung hinzu – das Modell darf dann maximal eine Kategorie korrigieren. Bei sehr tiefer Sonne, wo die Sensoren kein eindeutiges Signal mehr liefern, übernimmt das Modell. So bleibt die Anzeige nah am realen Himmel über Kaisten, statt einer regionalen Mittelung zu folgen.

Zudem glätten zwei «Kurzzeitgedächtnisse» die Anzeige: eines puffert die Solar-Messwerte für die Schwankungs-Erkennung, das andere mittelt die Klassifikation über die letzten Minuten. Damit flackert die Lebenslage bei schnell ziehenden Wolken nicht nervös, echte Wetteränderungen werden aber sofort sichtbar.

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Architektur & Künstliche Intelligenz

Die Daten fliessen sekündlich auf ein lokales Synology NAS in eine Zeitreihen-Datenbank (InfluxDB); die Auswertungen rechnet dein Browser direkt aus den Rohdaten – etwa die Verdunstung nach FAO-56 Penman-Monteith oder die EPA-korrigierte PM2.5-Berechnung. Entwickelt im Pair-Programming zwischen einem Kaister Wetter-Enthusiasten und modernster KI.

Mehr über die Infrastruktur und das Pair-Programming

Vom Dach auf den Server:
Das Herzstück unserer Infrastruktur bildet ein lokales Synology NAS (ein Netzwerkspeicher mit eigener Rechenleistung). Dort fliessen die Daten der Wetterstation im Sekundentakt ein und werden in einer sogenannten InfluxDB (einer speziellen Zeitreihendatenbank) gespeichert. So können wir Jahre an Wetterdaten lückenlos und rasend schnell auswerten.

Client-seitige Berechnung im Browser:
Damit diese Seite extrem schnell lädt, verlagern wir die Berechnungen auf dein Endgerät. Dein Smartphone oder Computer lädt die rohen Messdaten herunter und rechnet etablierte meteorologische Verfahren in Echtzeit direkt im Browser – darunter die agrarwissenschaftliche Verdunstungsrechnung nach dem international etablierten Verfahren FAO-56 Penman-Monteith (inklusive Höhenkorrektur für 326 m ü.M. und Wind-Höhenkorrektur auf 2 m) sowie die EPA-korrigierte PM2.5-Berechnung , die den Einfluss der Luftfeuchtigkeit auf die Feinstaubanzeige verringert. Das entlastet den Server und macht die Oberfläche spürbar reaktionsschneller.

Mensch & Maschine:
Bei der Entwicklung dieses Dashboards spielt Künstliche Intelligenz eine zentrale Rolle. Das moderne Design, die Datenarchitektur und komplexe mathematische Modelle wurden in einer Art "Pair-Programming" zwischen einem Kaister Wetter-Enthusiasten und modernster KI entwickelt. Ein perfektes Zusammenspiel von lokaler Leidenschaft und globaler Technologie.

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Die Hardware

Verlässliche Berechnungen brauchen verlässliche Rohdaten. Wir setzen auf hochwertige meteorologische Sensorik im semiprofessionellen Bereich. Eine dokumentierte Kalibrierkette gegen ein Normal gibt es hier nicht – das unterscheidet die Station von einer amtlichen Messstelle.

  • Davis Vantage Pro 2: Das absolute Arbeitstier. Misst Temperatur, Luftfeuchte, Windrichtung/-stärke, Regen, Solar- und UV-Strahlung – zuverlässig und im Minutentakt.
  • Davis AirLink: Ein Laser-Partikelsensor, der per kleinem Ventilator Umgebungsluft durch die Messkammer zieht und Feinstaubpartikel (PM1, PM2.5, PM10) in Echtzeit zählt.
  • AirGradient O-1PST: Aussensensor mit zusätzlicher PM2.5-Messung sowie einem NOx- und einem TVOC-Index – erkennt Abgase (v.a. aus dem Strassenverkehr) und flüchtige organische Verbindungen (Holzfeuer, Lösungsmittel).
  • Ergänzungen aus Open-Meteo (CC BY 4.0): Pollenprognosen (Birke, Gräser, Erle, Beifuss, Ambrosia, Olive), Saharastaub, Ozon, CAPE (konvektive Energie in J/kg – ein Mass für das Gewitterpotenzial, keine Gewittervorhersage: dazu braucht es zusätzlich einen Auslöser, genug Feuchte und bei organisierten Gewittern Windscherung), Bodenfeuchte und -temperatur sowie Wolkenbedeckung und WMO-Wettercode (als zweite Meinung für die Live-Wetterlage). Die Referenz-Verdunstung ET₀ von Open-Meteo holen wir ebenfalls, zeigen sie aber nicht an – sie dient uns nur als Gegenprobe für unsere eigene Rechnung.
  • Live-Taktung: Die Station sendet rund um die Uhr, ihre Werte werden fortlaufend gespeichert. Davon zu unterscheiden ist der Anzeigetakt: Die Live-Seite fragt den aktuellen Stand alle 20 Sekunden ab, Luft & Trend alle 30 Sekunden. Wettermodell-Daten von Open-Meteo (Wolkenbedeckung, Wettercode, CAPE, Boden) werden alle 15 Minuten frisch geholt; Pollen- und Luftqualitäts-Daten einmal pro Stunde.
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Sensoraufstellung

Bei einer Wetterstation entscheidet die Aufstellung oft mehr über die Zahlen als die letzte Nachkommastelle einer Formel. Die WMO bewertet Messstationen deshalb nicht nur nach Sensorqualität, sondern ausdrücklich nach Standort und Exposition. Hier steht, wie es bei uns aussieht – mitsamt dem, was daraus folgt.

Wetterstation (Davis Vantage Pro 2)
Freistehender Mast im Rasen, etwa in der Mitte der Parzelle, rund 10 m zum nächsten Gebäude. Kein Dach, keine Wand, keine versiegelte Fläche darunter.
  • Anemometer: 2,68 m über Boden, zuoberst am Mast (nachgemessen, nicht geschätzt – die Höhe geht direkt in die Verdunstungsrechnung ein).
  • Temperatur und Feuchte: rund 2 m über Boden, in einer aktiv belüfteten Strahlungsschutzhütte (Ventilator rund um die Uhr). Die WMO empfiehlt 1,25 bis 2 m – wir liegen am oberen Rand dieses Bandes.
  • Regenmesser: Kippwaage am selben Mast.
  • Solar und UV: am selben Mast, freie Sicht nach Süden. Im Osten verdeckt ein Hügel die frühe Morgensonne – deshalb wartet die Wetterlage-Erkennung, bis die Sonne den Grat überwunden hat.
  • Umgebung: Rasen; in unmittelbarer Nähe eine rund 2 m hohe Thujahecke.
Feinstaubsensoren
Davis AirLink und AirGradient O-1PST hängen nebeneinander am selben Balken, ganz aussen am offenen Schopf unter dem Dachvorsprung – rund 2,5 m über Boden, darunter Verbundsteine. Regengeschützt, zur Gartenseite offen.
Die beiden stehen keine 30 cm auseinander. Das ist Absicht: nur so messen sie dieselbe Luft, und nur dann sagt ein Vergleich der beiden etwas über die Sensoren aus statt über den Standort.
Was das für die Zahlen bedeutet
  • Wind wird eher unterschätzt. Die WMO-Referenzhöhe sind 10 m über offenem Gelände; wir messen auf 2,68 m, dazu bremst die Hecke. Über offenem Grasland läge ein 10-m-Wert rund 30 % höher. Für Verläufe und Vergleiche mit sich selbst taugen die Werte gut, für einen direkten Vergleich mit einer MeteoSchweiz-Station nicht.
  • Regen ebenfalls eher etwas zu wenig. Ein Regenmesser auf gut 2 m fängt bei Wind weniger auf als einer knapp über Boden – bei Schnee deutlicher als bei Regen.
  • Temperatur ist die stärkste Seite. Die aktive Belüftung hält den Strahlungsfehler klein, der bei rein passiven Hütten an sonnigen, windstillen Tagen ein bis zwei Grad ausmachen kann.
  • Feinstaub ist gebäudenah. Unter einem Dachvorsprung an einem Schopf, nicht frei im Gelände. Für den Verlauf über den Tag ist das brauchbar, als Ortsmesswert für ganz Kaisten nicht gedacht.
  • Und der wichtigste Satz: Diese Station ist privat aufgestellt und erfüllt nicht zwingend sämtliche WMO-Anforderungen an eine synoptische Referenzstation. Sie ist so gut platziert, wie es ein Garten hergibt – aber sie ist keine amtliche Messstelle, und ihre Zahlen sind keine amtlichen Werte.
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Wetter-Lexikon (Teil 1)

Gefühlte Temperatur
Ein Thermometer misst nur die reine Luft – wie warm es sich anfühlt, hängt aber auch von Sonne, Wind und Feuchtigkeit ab. Wir zeigen darum zwei Werte, weil es zwei ehrliche Antworten gibt. Hauptwert ist der Schattenwert (Davis THW-Index: Temperatur + Feuchte + Wind) – also die gefühlte Temperatur ohne Sonneneinstrahlung, so wie sie üblicherweise angegeben wird. Scheint die Sonne und liegt der Unterschied über 1,5 Grad, erscheint darunter zusätzlich der Sonnenwert (Davis THSW-Index, derselbe Wert plus Solarstrahlung). Deshalb liegt die gefühlte Temperatur an der Sonne oft spürbar über der Lufttemperatur, im Schatten dagegen darunter. Liefert die Station ausnahmsweise keinen solchen Wert, greifen zwei bewährte Ersatzformeln: Windchill bei Kälte (≤ 10 °C und Wind > 5 km/h) und der Hitzeindex bei Wärme (≥ 27 °C und Luftfeuchtigkeit ≥ 40 %). Trifft nichts davon zu, entspricht der Wert der gemessenen Lufttemperatur.
Taupunkt (°C)
Aussagekräftiger als reine Luftfeuchtigkeit. Er gibt an, auf welche Temperatur die Luft abkühlen muss, damit sich Tau oder Nebel bildet. Für das Schwüle-Empfinden gibt es keine harte Grenze, aber eine brauchbare Faustskala: unter 10 °C trocken, 10 bis 15 °C angenehm, 16 bis 18 °C zunehmend schwül, 19 bis 21 °C schwül, über 21 °C sehr schwül. Anders als die relative Luftfeuchtigkeit lässt sich der Taupunkt dabei direkt über Tage und Orte hinweg vergleichen.
Wolkenbasis
Die geschätzte Höhe der Wolkenuntergrenze. Je näher Temperatur und Taupunkt beieinanderliegen (kleiner «Spread»), desto tiefer hängen die Wolken. Als Faustformel rechnen wir Spread × 125 m und addieren die Stationshöhe (326 m ü. M.) – das ist eine Annäherung, kein Messwert. Bei sehr kleinem Spread zeigen wir stattdessen «Bodennebel».
Feinstaub & WHO-Limits
Winzige Partikel unter 2.5 Mikrometer (PM2.5), wie Kaminrauch oder Saharastaub, dringen tief in die Lunge ein. Für die gesundheitliche Einordnung orientieren wir uns an den WHO-Luftqualitätsrichtlinien von 2021: 15 µg/m³ im 24-Stunden-Mittel und 5 µg/m³ im Jahresmittel. Das sind Richtwerte aus rein gesundheitlicher Sicht und liegen deshalb tiefer als die gesetzlichen Grenzwerte, die zusätzlich Messpraxis und Umsetzbarkeit berücksichtigen. Weil Luftfeuchtigkeit die Partikel optisch aufbläht und rohe Lasersensoren bei hoher Feuchte systematisch zu hohe Werte liefern, wenden wir zusätzlich die EPA-Feuchtekorrektur an – sie rechnet den Rohwert des AirLink anhand der gemessenen Luftfeuchtigkeit um, damit Nebel und Regen den Wert nicht künstlich aufblähen. Wichtig zur Einordnung: Diese Gleichung hat die US-Umweltbehörde EPA für PurpleAir-Sensoren aufgestellt. Wir wenden sie auf den AirLink an, weil beide nach demselben Prinzip messen (Laser-Streulicht) – eigens für den AirLink validiert ist sie aber nicht.
Ozon (µg/m³)
Bodennahes Ozon entsteht an heissen Sommertagen, wenn Sonnenlicht mit Abgasen (NOx) und flüchtigen organischen Verbindungen reagiert – der sogenannte Sommersmog. Anders als das schützende Ozon in der Stratosphäre reizt es Atemwege und Lungen. Die WHO empfiehlt maximal 100 µg/m³ im 8-Stunden-Mittel. Die EU-Informationsschwelle liegt bei 180 µg/m³ im 1-Stunden-Mittel, die Alarmschwelle bei 240 µg/m³ – ebenfalls über eine Stunde gemittelt. Ohne die Zeitbasis sind die Zahlen nicht vergleichbar. Wir beziehen den aktuellen Ozonwert über die Open-Meteo Air Quality API und zeigen ihn auf der Live- und der Luft-Seite an. Bei erhöhten Werten gibt die Gesundheits-Empfehlung automatisch Hinweise.
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Wetter-Lexikon (Teil 2)

Bodenwasser-Bilanz (Agrar)
Wir berechnen den Durst des Bodens nach dem "Eimer-Modell": Regen füllt den Eimer, Verdunstung (ET) leert ihn. Die ET selbst berechnen wir nach dem internationalen Standard FAO-56 Penman-Monteith – alle 20 Minuten, aus Solarstrahlung, Temperatur, Windgeschwindigkeit und Luftfeuchtigkeit direkt unserer Messstation. Der angezeigte Wert stammt also aus unseren eigenen Messdaten, nicht aus einem Modell. Open-Meteo liefert zwar ebenfalls eine ET₀, wir nutzen sie aber ausschliesslich als Gegenprobe im Hintergrund – ihr Raster ist rund 11 km breit und kennt unseren Standort nicht. Das Ergebnis ist eine Live-Bilanz bis zu einem maximalen Defizit von −80 mm, mit drei Zonen: Optimal versorgt (0 bis −15 mm), Mässig trocken (−15 bis −45 mm) und Sehr trocken – Bewässerung prüfen (unter −45 mm). Zur Einordnung: ET₀ ist die Verdunstung einer genormten Referenz-Grasfläche. Was eine konkrete Kultur wirklich zieht, ist ETc = Kc × ET₀ – der Kulturfaktor Kc liegt je nach Pflanze und Wachstumsstadium zwischen etwa 0,3 und 1,2. Bodenart, Wurzeltiefe, Oberflächenabfluss und Versickerung sind im Eimermodell ebenfalls nicht abgebildet. Die Bilanz zeigt also den Trend des Bodenwassers, sie ersetzt nicht den Blick ins Beet.
Der Pollen-Waschgang
Wir kombinieren regionale Vorhersagen der Open-Meteo API mit unserem eigenen Regensensor. Sobald in Kaisten Tropfen fallen, rechnet das Dashboard einen «Waschgang-Effekt» dazu: Regen wäscht Pollen aus der Luft, und je stärker er fällt, desto mehr. Wichtig zur Einordnung: Das ist eine lokale Näherung, keine Messung. Pollen messen wir vor Ort nicht – wir schätzen nur ab, wie stark der Regen die vorhergesagte Konzentration gerade drücken dürfte.
Luftdruck-Trend (hPa)
Der Motor unseres Wetters. Wichtiger als der absolute Wert ist der Trend: Fällt der Druck innerhalb von 3 Stunden stark ab, nähert sich meist ein Tiefdruckgebiet mit Wolken und Wind.
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Gradtage — was «10,7 K·d» bedeutet

Auf der Startseite steht in der Kachel «Heizen & Kühlen» eine Zahl wie 10,7 K·d. Gelesen wird sie so: Kelvin mal Tag — und sie beantwortet nicht die Frage «wie warm war es», sondern «wie weit und wie lange lag die Temperatur neben dem Punkt, an dem man weder heizen noch kühlen muss».

Die Basis: 18,3 °C
Das ist der Umschaltpunkt. Er stammt aus der amerikanischen Norm — 65 Grad Fahrenheit — und wird von unserer Davis-Station und weltweit in der Gebäudetechnik verwendet. Die Idee dahinter: Bis etwa 18 °C Aussentemperatur halten Sonneneinstrahlung, Körperwärme und Geräte ein Haus von allein auf Wohlfühltemperatur. Darunter muss geheizt, darüber gekühlt werden.
Wie die Zahl entsteht
Wir messen die Aussentemperatur minütlich und schauen bei jeder Minute nach, wie weit sie von 18,3 °C entfernt liegt. Diese Abstände werden über 24 Stunden gemittelt. 10,7 K·d Kühlbedarf heisst also: einen ganzen Tag lang war es im Schnitt 10,7 Grad zu warm. Das ist etwas anderes als «es hatte 29 °C» — ein Tag mit 35 °C am Nachmittag und 23 °C in der Nacht kann dieselbe Zahl ergeben wie ein gleichmässiger Tag mit 29 °C. Genau darum geht es: nicht um die Spitze, sondern um die Summe.
Wofür man das braucht
Gradtage trennen zwei Dinge, die man sonst verwechselt: war der Winter kalt oder war die Heizung teuer. Teilt man den Energieverbrauch durch die Heizgradtage, kommt ein Wert in kWh pro Gradtag heraus — und der bleibt gleich, solange sich am Haus nichts ändert. Steigt er, liegt es an der Heizung oder am Gebäude, nicht am Wetter. Dieselbe Rechnung steckt hinter Heizkostenabrechnungen und Energieausweisen.
Zwei Zahlen, die man nicht verwechseln darf
Im Archiv stehen nebeneinander Heizen/Kühlen 18,3 und HGT 20/12. Die erste folgt der Davis-Konvention: minütlich zeitgewichtet integriert. In WeatherLink entspricht das der Einstellung Integration — das Programm kennt daneben noch cut off und high/low, die auf andere Zahlen führen. Die zweite ist die Schweizer Grösse nach SIA 381/3: Dort zählt ein Tag nur dann, wenn sein Tagesmittel unter 12,0 °C liegt — und dann mit dem vollen Abstand zu 20 °C Raumtemperatur. Ein Tag mit 11,9 °C liefert 8,1 K·d, ein Tag mit 12,1 °C nichts. Die beiden Spalten lassen sich deshalb nicht ineinander umrechnen, und die Schweizer Zahl fällt naturgemäss höher aus.
Ein Gefühl für die Grössenordnung
Ein kalter Januartag in Kaisten bringt rund 25 K·d Heizbedarf, ein heisser Augusttag knapp 10 K·d Kühlbedarf — heizen ist hier also die deutlich grössere Aufgabe. Über das Jahr 2026 summierte sich das bis Mitte August auf etwa 1'660 Heizgradtage gegenüber 505 Kühlgradtagen. Ab dem Winter 2026/27 zeigt die Kachel zusätzlich, wie der laufende Bedarf gegenüber dem Vorjahreszeitraum liegt.
Hinweis: Die Wetter-Trends auf dieser Website basieren auf der Auswertung unserer lokalen Sensordaten. Für amtliche Unwetterwarnungen konsultieren Sie bitte stets offizielle Wetterdienste wie MeteoSchweiz.